A2 Gentilino–Lamone: Die Autobahn modernisieren und dabei die Kreislaufwirtschaft integrieren
07/04/2026
Auf der Baustelle der Autobahn A2 (Schweiz) zwischen Lamone und Gentilino stellt die Wiederverwertung von Materialien ein zentrales Element der nachhaltigen Projektumsetzung dar. Hunderttausende Tonnen an Materialien aus den Bauarbeiten werden direkt vor Ort zurückgewonnen und wiederverwendet, wodurch der Bedarf an neuen Rohstoffen reduziert und der Materialtransport verringert wird.
Dieser Ansatz ermöglicht es, tausende Lkw-Fahrten zu vermeiden, und trägt dazu bei, die Umweltbelastung der Arbeiten insgesamt zu senken, indem ein Modell der Kreislaufwirtschaft im Infrastrukturbereich angewendet wird.
Das Projekt EP28 Gentilino–Lamone, das für das Bundesamt für Strassen (ASTRA) realisiert wird, umfasst die Modernisierung und Instandsetzung eines strategisch wichtigen Abschnitts des Schweizer Autobahnnetzes. Das Los 202, das an ein Konsortium unter der Leitung von CSC Costruzioni (Webuild-Gruppe) vergeben wurde, beinhaltet umfangreiche Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten an der Infrastruktur, einschliesslich der Fahrbahn, der Bauwerke und der technischen Anlagen.
Materialien ein zweites Leben geben
Die Instandhaltung von Autobahnen erzeugt grosse Mengen an Materialien aus dem Rückbau bestehender Strukturen, wie Beton, Asphalt und Stahl. Das ASTRA setzt auf die Rückgewinnung und das Recycling dieser Materialien anstelle ihrer Entsorgung, sodass sie beim Bau neuer Infrastrukturen wiederverwendet werden können.
Insbesondere werden Materialien aus dem Abtrag alter Fahrbahnbeläge aufbereitet und in die Produktion neuer Asphaltmischungen integriert. In der Schweiz fallen jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Material aus dem Rückbau von Strassenbelägen an, davon etwa 10 % aus dem Nationalstrassennetz.
Dank technologischer Fortschritte und Qualitätskontrollen kann ein erheblicher Teil dieser Materialien in neuen Fahrbahnschichten wiederverwendet werden.
Recycling und Innovation im Projekt Gentilino–Lamone
Im Projekt Gentilino–Lamone stellt das Recycling von Materialien eine konkrete Lösung dar, um die Umweltbelastung der Baustelle zu reduzieren.
Ein bedeutender Anteil des aus der alten Fahrbahn gewonnenen Asphalts wird aufbereitet und für den Neubau der Fahrbahn wiederverwendet. In diesem Projekt stammen bis zu 80 % des für die neue Fahrbahn verwendeten Asphalts aus recycelten Materialien.
Insgesamt werden im Verlauf des Projekts rund 750.000 Tonnen Materialien – etwa 325.000 Kubikmeter, was dem Volumen von 130 olympischen Schwimmbecken entspricht – direkt auf der Baustelle wiederverwendet. Diese Lösung reduziert den Transport mit schweren Fahrzeugen erheblich, entlastet das lokale Verkehrsnetz und trägt gleichzeitig zum Schutz der Luftqualität bei.
Eine nachhaltigere Infrastruktur
Das Recycling von Materialien ist heute ein wesentlicher Bestandteil beim Bau und bei der Instandhaltung von Verkehrsinfrastrukturen. Ziel ist es, den Anteil wiederverwendeter Materialien schrittweise zu erhöhen, ohne die Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit der Bauwerke zu beeinträchtigen.
Durch innovative Lösungen und ein effizientes Ressourcenmanagement zeigt das Projekt der Autobahn A2 (Schweiz) zwischen Lamone und Gentilino, dass sich hohe technische Leistungsfähigkeit und ökologische Nachhaltigkeit miteinander vereinbaren lassen und gleichzeitig ein wichtiger Verkehrsabschnitt der Schweiz modernisiert wird.
Projektübersicht
Das Projekt Gentilino–Lamone zielt auf die Modernisierung und umfassende Instandsetzung eines zentralen Abschnitts der Autobahn A2 (Schweiz) ab – einer strategischen Achse, die den Süden der Schweiz mit dem europäischen Korridor zwischen Mailand und dem Gotthard verbindet.
Das Los 202, das an ein Konsortium unter der Leitung von CSC Costruzioni vergeben wurde, bildet den Kern der Ingenieurbauarbeiten. Es umfasst die Sanierung oder den Neubau von 27 Bauwerken, darunter Brücken, Unterführungen und weitere zugehörige Infrastrukturen.
Die Arbeiten werden unter laufendem Verkehr auf dieser stark befahrenen Autobahn durchgeführt. Diese Rahmenbedingungen erfordern eine sorgfältige Planung der Bauphasen sowie eine kontinuierliche Koordination der Teams, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden und den Verkehrsfluss zu gewährleisten.
Kennzahlen
- Projektlänge: 6 km modernisierte Autobahn
- Bauwerke: 27 erneuerte oder neu errichtete Brücken und Strukturen
- Personal: bis zu 120 Mitarbeitende auf der Baustelle
- Recyclinganteil: bis zu 80 % recycelter Asphalt in den neuen Belägen
Nachhaltigkeitswirkung
Kreislaufwirtschaft auf der Baustelle
Materialien aus dem Rückbau, insbesondere Asphalt und Beton, werden getrennt und wieder in den Produktionskreislauf für neue Fahrbahnschichten eingebracht.
Reduzierung der Transporte
Die Wiederverwendung direkt vor Ort vermeidet tausende Lkw-Fahrten und senkt transportbedingte Emissionen.
Geringere Umweltbelastung
Der Einsatz recycelter Materialien reduziert den Bedarf an neuen natürlichen Ressourcen und verringert den ökologischen Fussabdruck des Projekts.
Nachhaltigere Infrastruktur
Innovative Lösungen und recycelte Materialien tragen dazu bei, die Langlebigkeit und Leistungsfähigkeit der Infrastruktur langfristig zu sichern.