Das Kraftwerk Rasoira erschließt ein bislang ungenutztes Potenzial im Tessin
07/07/2026
Wasserkraft und nachhaltige Infrastruktur: Das Kraftwerk Rasoira erschließt ein bislang ungenutztes Potenzial im Tessin
Im Herzen des Bleniotals zeigt eine vergleichsweise kleine, für das kantonale Energiesystem jedoch bedeutende Infrastruktur, dass Innovation auch durch die Optimierung bestehender Ressourcen entstehen kann. Das neue Wasserkraftwerk Rasoira, das im Auftrag der Officine Idroelettriche di Blenio SA (OFIBLE) realisiert wurde, ist ein konkretes Beispiel dafür, wie bestehende Infrastrukturen aufgewertet und gleichzeitig erneuerbare Energie mit geringer Umweltbelastung erzeugt werden können.
Die Anlage nutzt ein bislang ungenutztes Gefälle des rund 17 Kilometer langen Olivone–Malvaglia-Stollens, der den Luzzone-Stausee mit dem Becken von Malvaglia verbindet. Durch die Nutzung dieses bisher unerschlossenen Energiepotenzials produziert das Kraftwerk jährlich rund 8 GWh Strom und trägt damit zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit des Kantons Tessin sowie zu den Dekarbonisierungszielen der Schweiz bei.
Die Bauarbeiten wurden vom Konsortium Rasoira, bestehend aus CSC Costruzioni und Matteo Muttoni Costruzioni SA, ausgeführt. Beide Unternehmen verfügen über langjährige Erfahrung im Bau grosser Infrastrukturprojekte und im unterirdischen Ingenieurbau. Das Projekt erforderte hochspezialisierte Kompetenzen für den Bau von Kavernen, Stollen und unterirdischen Bauwerken in einem anspruchsvollen alpinen Umfeld, wobei die Auswirkungen auf die bestehende Infrastruktur und die natürliche Umgebung auf ein Minimum reduziert wurden.
Die wichtigsten Kennzahlen verdeutlichen den Umfang des Projekts: mehr als 8.000 Kubikmeter Aushub, rund 2.000 Kubikmeter Beton und ein Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 15 Millionen Schweizer Franken. Das Kraftwerk, das 2023 in Betrieb genommen wurde, ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Förderung erneuerbarer Energien, die von den Tessiner Energieversorgern und den kantonalen Institutionen vorangetrieben wird.
Das Kraftwerk Rasoira zeigt, dass die Infrastruktur der Zukunft nicht nur durch den Bau neuer Grossprojekte entsteht, sondern auch durch die Fähigkeit, bestehende Anlagen neu zu denken und ihr Potenzial zu erschließen. So wird bislang ungenutzte Energie in sauberen Strom, höhere Versorgungssicherheit und nachhaltigen Mehrwert für die Region verwandelt.